Der Familienstand ist mehr als nur ein Kästchen, das man auf einem Formular ankreuzt. Er ist ein Teil unserer Identität und kann, wenn auch manchmal subtil, Einfluss auf verschiedene Aspekte unseres Lebens haben, einschließlich unserer Jobsuche. Aber ist es überhaupt noch relevant, den Familienstand im Lebenslauf anzugeben? Und wenn ja, wie macht man das richtig, ohne ungewollt Vorurteile zu riskieren?
Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten des Familienstands im Kontext von Lebensläufen und Bewerbungen. Wir geben Ihnen konkrete Beispiele und praktische Tipps, damit Sie selbst entscheiden können, ob und wie Sie diese Information einsetzen.
Familienstand im Lebenslauf: Ja oder Nein? Das ist hier die Frage!
Früher war es gang und gäbe, den Familienstand im Lebenslauf anzugeben. Heute ist das in Deutschland nicht mehr verpflichtend und wird oft sogar als veraltet angesehen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll Diskriminierung verhindern, und Informationen wie der Familienstand könnten potenziell zu unfairen Entscheidungen führen.
Dennoch gibt es Situationen, in denen die Angabe des Familienstands durchaus relevant sein kann - oder zumindest nicht schadet. Entscheidend ist, dass die Information einen Mehrwert für Ihre Bewerbung bietet und nicht nur aus Gewohnheit angegeben wird.
Die 5 Gesichter des Familienstands: Von ledig bis verwitwet
Hier sind die gängigsten Beispiele für den Familienstand, die in Deutschland verwendet werden, und was sie bedeuten:
- Ledig: Bedeutet, dass die Person noch nie verheiratet war. Dies ist die einfachste und unkomplizierteste Option.
- Verheiratet: Beschreibt, dass die Person eine rechtsgültige Ehe eingegangen ist.
- Geschieden: Bedeutet, dass eine Ehe durch ein Gerichtsurteil aufgelöst wurde.
- Verwitwet: Beschreibt eine Person, deren Ehepartner verstorben ist.
- In eingetragener Lebenspartnerschaft: Bezeichnet eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft, die rechtlich der Ehe gleichgestellt ist.
Es gibt auch die Möglichkeit, den Familienstand "getrennt lebend" anzugeben, wenn man zwar noch verheiratet ist, aber nicht mehr mit dem Ehepartner zusammenlebt. In den meisten Fällen ist diese Angabe im Lebenslauf jedoch nicht relevant und sollte vermieden werden.
Wann der Familienstand im Lebenslauf sinnvoll sein kann: Ausnahmen bestätigen die Regel
Obwohl die Angabe des Familienstands im Allgemeinen nicht mehr üblich ist, gibt es Ausnahmen, in denen sie relevant sein kann:
- Bewerbung im kirchlichen Bereich: In einigen kirchlichen Berufen kann der Familienstand eine Rolle spielen, insbesondere wenn es um bestimmte Positionen oder Aufgaben geht.
- Bewerbung im Ausland: In manchen Ländern ist die Angabe des Familienstands im Lebenslauf weiterhin üblich oder sogar erwartet. Informieren Sie sich daher vorher über die landestypischen Gepflogenheiten.
- Spezifische Anforderungen des Arbeitgebers: In seltenen Fällen kann ein Arbeitgeber in der Stellenausschreibung explizit nach dem Familienstand fragen. In diesem Fall sollten Sie die Information natürlich angeben.
Wichtig: Auch wenn einer dieser Fälle zutrifft, sollten Sie sich gut überlegen, ob die Angabe des Familienstands wirklich notwendig ist. Im Zweifelsfall ist es besser, die Information wegzulassen.
3 Tipps für den richtigen Umgang mit dem Familienstand im Lebenslauf
Wenn Sie sich entscheiden, Ihren Familienstand im Lebenslauf anzugeben, sollten Sie folgende Tipps beachten:
- Korrekte Formulierung: Verwenden Sie die offizielle Bezeichnung für Ihren Familienstand (siehe oben). Vermeiden Sie umgangssprachliche Ausdrücke oder Abkürzungen.
- Diskrete Platzierung: Platzieren Sie den Familienstand im Bereich "Persönliche Daten" am Anfang des Lebenslaufs. Er sollte nicht im Mittelpunkt stehen, sondern eher als ergänzende Information dienen.
- Relevanz prüfen: Fragen Sie sich kritisch, ob die Angabe des Familienstands wirklich einen Mehrwert für Ihre Bewerbung bietet. Wenn nicht, lassen Sie die Information lieber weg.
Merke: Im Zweifelsfall ist es immer besser, den Familienstand im Lebenslauf wegzulassen. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Qualifikationen und Erfahrungen, die für die Stelle relevant sind.
Der Tabubruch: Was Sie beim Thema Familienstand unbedingt vermeiden sollten
Es gibt einige No-Gos, die Sie beim Thema Familienstand im Lebenslauf unbedingt vermeiden sollten:
- Lügen oder falsche Angaben: Seien Sie ehrlich und machen Sie keine falschen Angaben zu Ihrem Familienstand.
- Negative Kommentare: Vermeiden Sie jegliche negativen Kommentare oder Erklärungen zu Ihrem Familienstand, z.B. über Ihre Scheidung oder Ihren verstorbenen Ehepartner.
- Diskriminierende Fragen: Arbeitgeber dürfen im Bewerbungsgespräch keine diskriminierenden Fragen zum Familienstand stellen. Wenn dies dennoch geschieht, müssen Sie die Frage nicht beantworten.
Denken Sie daran: Ihr Familienstand ist eine private Information, die nicht dazu verwendet werden sollte, Sie zu diskriminieren oder zu benachteiligen.
FAQs: Häufig gestellte Fragen zum Thema Familienstand im Lebenslauf
Muss ich meinen Familienstand im Lebenslauf angeben? Nein, in Deutschland ist die Angabe des Familienstands im Lebenslauf nicht mehr verpflichtend.
Kann es Nachteile haben, meinen Familienstand anzugeben? Ja, die Angabe des Familienstands kann potenziell zu unfairen Entscheidungen führen, da sie Diskriminierung aufgrund des Familienstandes ermöglichen könnte.
Soll ich meinen Familienstand angeben, wenn ich alleinerziehend bin? In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, den Familienstand "alleinerziehend" anzugeben. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Qualifikationen und Erfahrungen.
Wie formuliere ich meinen Familienstand korrekt? Verwenden Sie die offizielle Bezeichnung für Ihren Familienstand, z.B. "ledig", "verheiratet", "geschieden" oder "verwitwet".
Wo platziere ich den Familienstand im Lebenslauf? Platzieren Sie den Familienstand im Bereich "Persönliche Daten" am Anfang des Lebenslaufs.
Fazit: Die Entscheidung liegt bei Ihnen
Die Angabe des Familienstands im Lebenslauf ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Wägen Sie sorgfältig ab, ob die Information einen Mehrwert für Ihre Bewerbung bietet und ob sie wirklich notwendig ist. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und Qualifikationen, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen.